Testgebiete Österreich für unbemannte Luftfahrzeuge – Drohnen


Liebe Vereinsobleute und Flugsportler:innen,
wie ihr wisst, verhandelte der Österreichische Aero-Club seit mehreren Wochen an einer für unsere Flugsportler:innen
verträglichen Lösung der Einrichtung von Flugbeschränkungsgebieten für die Drohnentestflüge von AIRlabs.


Heute im Zivilluftfahrtbeirat der Bundesregierung habe ich gemeinsam mit Hannes Taborsky die Problematik dieser
Entwicklung nochmals allen bewusst gemacht und auch die Zusicherung erhalten, dass durch diese Flugbeschränkungsgebiete die General Aviation und vor allem die Sportluftfahrt so wenig wie möglich beeinträchtigt werden. Der AeroClub musste als Interessensvertretung sogar Gespräche mit Bundesministerin Gewessler und Finanzminister Brunner
führen, um eine abgestimmte Lösung zu erreichen.


Zur Vorgeschichte:
AIRlabs ist ein EU-Forschungsprojekt für den Drohneneinsatz, dass das BMK mit rund € 5 Mio. subventioniert. Als beobachtender und begleitender Partner dieses Projektes fungiert auch die ACG und der Aero-Club. Deshalb war es uns
auch möglich einzugreifen, damit nicht – nach monatelanger Untätigkeit – plötzlich Testgebiete eingerichtet werden,
die der Sportluftfahrt – insbesondere unseren Segelflieger:innen sowie Para- und Hängegleiter:innen – in die Quere
kommen. Das Projekt „Schneealpe“ hätte nämlich von Anfang 2022 bis Ende 2024 verordnungsreif umgesetzt werden
sollen, wenn nicht das Netzwerk des Team Aero-Club das verhindert hätte.


Nach den Gesprächen mit der Spitze der Bundesregierung wurde folgendes erreicht:
• das Drohnentestgebiet „Schneealpe“ wird verkleinert
• das neue Testgebiet „Steinalpl“ wurde in kürzester Zeit akkordiert
• dafür liegen die Stakeholder-Vereinbarungen und ein Safety Assessement vor
• ein FAIR USE AGREEMENT beschränkt die Testzeiten auch beim „Steinalpl“
• das BMK sichert ab August 2022 das Gebiet „Steinalpl“ zu verordnen
• für Förderungsfrist (1.7.) bleibt eine kurze Übergangslösung „Schneealpe“
• allerdings mit Einschränkung auf Mittwoch je Woche bis August 2022


Die detaillierte Beschreibung der Gebiete findet ihr im Anhang. Außerdem werden wir beim erweiterten Bundesvorstand am 1. Juli im Haus des Sports den aktuellen Status (u.a. mit U-Space und AIRlabs) berichten. Hannes Taborsky und
Michael Gaisbacher bereiten für nächstes Wochenende ein Treffen der Vereinsverantwortlichen in LOXN vor, um die
Details dieser „schwierigen Geburt“ zu berichten bzw. zu besprechen.
Ich danke meinem Team im Präsidium, aber auch der Politik, dem BMK und der ACG für den raschen Schwenk und die
Unterstützung, dass wir eine abgestimmte Lösung erreichen konnten. Natürlich wird es in der Luftfahrt immer Entwicklungen und auch Änderungen im Zusammenwirken geben.

Da ist es gut, dass nicht nur Verständnis wechselseitig aufgebracht wird, sondern auch wie hier eingeschritten werden kann.
Soweit der aktuelle Status, den wir euch gleich direkt berichten wollten, damit ihr nicht von einem veröffentlichten AIC,
vermutlich nächste Woche, überrascht werdet. Für Detailfragen steht das Team Aero-Club natürlich gerne zur Verfügung.
Wir wünschen euch einen schönen Sommer mit vielen unfallfreien Flugerlebnissen.


Euer
Präsident Dipl-Ing. Wolfgang Malik
Österreichischer Aero-Club
1040 Wien, Prinz Eugen Strasse 12
Office +43 1 5051028 74
Mobil +43 664 4444887
www.aeroclub.at
Testgebiete für unbemannte Luftfahrzeuge,
bezeichnet als AIRlabs Drohnentestgebiete
LO-R SCHNEEALPE (bis August / Ende 2022)
LO-R STEINALPL (bis Ende 2024)


Seit nunmehr drei Jahren herrscht ein Tauziehen um die Errichtung des ersten Testgebietes für AIRlabs.
Der Verhandlungsverlauf bzw. die Entwicklung war umfassend und langwierig. Anfangs war die Entwicklung
auch vom Unverständnis von Forschung und Wirtschaft getragen – letztlich hat sich der Sportverband und die
Interessensvertretung Aero-Club für den Flugsport erfolgreich durchgesetzt.

Eine Darstellung der Ergebnisse:
Es werden zeitlich gestaffelt folgende „2“ Gebiete in der Steiermark verlautbart werden (siehe unten Gebietsdarstellungen mit den Flugspurenauswertungen der Saison vor Corona) .
Das größere (ursprünglich als bleibend gedachtes) Gebiet „SCHNEEALPE“ wird (voraussichtlich Montag 27.
Juni 2022) in Kraft treten. Es soll jedoch mit Ende Juli durch das kleinere Gebiet „STEINALPE“ ersetzt werden.
SCHNEEALPE
wird nur MITTWOCH aktiviert werden.
Sollte das Gebiet wider Erwarten länger als bis Ende Juli in Kraft
bleiben, dürfte es von 1.9. bis 31.12.22 DIENSTAG und MITTWOCH aktiviert werden.
Nicht aktiviert werden darf das Gebiet an FEIERTAGEN sowie
MONTAG und FREITAG, wenn diese FENSTERTAGE sind.
STEINALPE
Für das neue, akkordierte Gebiet soll die Übergangslösung ab Anfang August 2022 Ablösen und für dieses Gebiet gilt:
✓ Keine Aktivierung an SAMSTAG, SONNTAG, FEIERTAG.
✓ Von jeweils 1.4. bis 31.7. Aktivierung erst ab 1230 LOC.
✓ Keine Aktivierung in den vom ÖAeC bekannt gegebenen
Wettbewerbszeiträumen (ÖM, ÖSTM, EM, WM).
✓ Sonderaktivierungen bis zu 4 Tage pro Monat ohne die
vorherigen Einschränkungen sind möglich.
Das TEAM AERO-CLUB hält fest:
Die Komplexität und die zeitliche Abfolge lag nicht im eigenen
Einflussbereich. Unser Einflussbereich war aber ausreichend,
um eine verträgliche Regelung für alle – Flugsportler:innen und
Forschungsteilnehmer:innen – gefunden zu haben.
bmk.gv.at
An:
Österr. Aero-Club / FAA
z. Hd. Herrn DI Wolfgang Malik
Prinz Eugen-Straße 12
1040 WIEN
Wien, am 24.06.2022
Sehr geehrter Herr DI Malik,
wie besprochen darf ich Sie wie folgt informieren und Ihnen folgende Vorgangsweise
zusichern:
Das Drohnentestgebiet Schneealpe wird nun in der vorliegenden Form erlassen und darf
nur zu den Bedingungen des zwischen ÖAeC und der Airlabs Austria GmbH vereinbarten
„Fair Use Agreements“ genutzt werden. Eine Inbetriebnahme des Testareals muss
jedenfalls aus rechtlichen Gründen vor dem 30.6.2022 erfolgen.
Das kleinere Drohnentestgebiet Steinalpl wurde am Donnerstag den 09.06.2022 im BMK
eingereicht und wird bereits durch die zuständige Fachabteilung mit Priorität bearbeitet.
Sobald das Flugbeschränkungsgebiet Steinalpl durch die Frau Bundesminister verordnet
wird – was voraussichtlich bis Ende Juli erfolgen sollte – erfolgt umgehend die Aufhebung
des Flugbeschränkungsgebietes Schneealpe.
Abschließend möchte ich mich für den konstruktiven Austausch zu diesem Thema – einem
neuen, innovativen Projekt, im Rahmen dessen aber durchaus einiger Abstimmungsbedarf
entstanden ist – bedanken.
Mit besten Grüßen
Mag. Elisabeth Landrichter
Bundesministerin
Leonore Gewessler, BA
Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt,
Energie, Mobilität, Innovation und Technologie
Radetzkystraße 2
1030 Wien
Wien 29. März 2022
Sehr geehrte Frau Bundesministerin,
der Österreichische Aero-Club trägt als Partner von AIRLab das Forschungs- und Testprojekt für
Drohnen mit und unterstützt auch die zukunftsorientierte gemeinsame Nutzung der Lufträume. Wie
Sie wissen vertreten wir als Interessenvertretung vor allem auch die thermischen Flugsportsparten
Segelfliegen und Paragleiten, also Fluggeräte ohne oder bestenfalls mit elektrischem Antrieb. Unsere
stärkste Sektion ist der Modellflug, wo ursprünglich auch die ersten Drohnen betrieben wurden.
Wir begrüßen eine abgestimmte Luftraumstruktur, wo zum einen größtmögliche Sicherheit geboten
und zum anderen niemand behindert oder benachteiligt wird. Eine Ausweisung von Luftraumbeschränkungsgebieten für „Drohnentestflüge“ wird nun schon seit einiger Zeit verfolgt. Der Aero-Club
ist dabei immer davon ausgegangen, dass die Behörde spezielle Gebiete und Regelungen definiert,
die nach einer konstruktiven Abstimmung aller Interessen und Nutzerverhalten festgelegt werden.
Aktuell stellt sich die Situation für die rund 20.000 Mitglieder des Flugsports leider anders dar:
Die Festlegung der steirischen „Schneealpe“ als Drohnentestgebiet, das „für andere Nutzer der
Lufträume nicht mehr zugänglich sein würde“ haben die Medien nach Auskunft von AIRLab berichtet
und für viel Aufregung gesorgt. Der Österreichische Aero-Club hat in seinen Stellungnahmen an alle
Verantwortungsträger und natürlich auch an AIRLab sofort protestiert. Bei einem dem ÖAeC nicht
bekannten Antrag war die Interessenvertretung der Sportluftfahrt als Stakeholder nicht eingebunden.
Die Befürchtungen haben sich bestätigt, denn die beantragte Luftraumbeschränkung würde eindeutig
die Aktivitäten unserer Mitglieder und Sportler:innen zum Teil österreichweit bewusst verhindern.
Die folgende Initiative des BMK war notwendig und machte Sinn. Zwischen AIRLab und dem AeroClub wurde letzte Woche eine abgestimmte und verkleinerte Version des Testgebietes ausgearbeitet,
das von AIRLab bestätigte Vorteile für Hüttenbetreiber:innen, Alpenverein, Naturschutz etc bringt.
Deshalb sind wir irritiert, dass trotzdem der ursprüngliche Antrag mit Hinweis auf eine „spätere
Korrektur des Testgebietes Schneealpe“ verfolgt wird. Wir gehen davon aus, dass die Verordnung
eines Testgebietes, von dem jetzt schon bekannt ist, dass es korrigiert werden muss, nicht sinnvoll
sein kann und eigentlich die Community der Sportluftfahrt unnötig verärgert. Aus unserer Sicht
sollten Testgebiete erst nach nachvollziehbarer, bestätigter Abstimmung beantragt werden können.
Das Präsidium und der gesamte Bundesvorstand des Österreichischen Aero-Club ersucht daher unter
diesen Aspekten, dass Sie auch als Verantwortliche für die General Aviation und unsere Sportluftfahrt
das zwischen AIRLab Konsortium und dem Österreichischen Aero-Club abgestimmte und verkleinerte
Testgebiet „Schneealpe“ so rasch wie möglich verordnen. Es könnten alle zufrieden gestellt werden:
ohne Behinderung des thermischen Flugsports, ohne Verzögerung des Forschungsprojektes AIRLab.
Vielen Dank für Ihr Verständnis und Ihre Unterstützung unserer vielen Sportler:innen!
Beste Grüße
Präsident Vorstandsvorsitzender DI. Wolfgang Malik
Vizepräsident DI. Christian Faymann, MA
Vizepräsident Hannes Taborsky
Vizepräsident Michael Gaisbacher
Finanzreferent Vorstandsdirektor Mag. Franz Gross
Generalsekretär Ing. Manfred Kunschitz
Landesverbandspräsident Burgenland DI Gerhard Probst
Landesverbandspräsident Kärnten Martin Huber
Landesverbandspräsident Wien Hannes Taborsky
Landesverbandspräsident Steiermark Michael Gaisbacher
Landesverbandspräsident Niederösterreich Ing. Roland Dunger
Landesverbandspräsident Oberösterreich Peter Panholzer
Landesverbandspräsident Salzburg Thomas Hasenburger
Landesverbandspräsident Tirol Dr. Christian Margreiter
Landesverbandspräsident Vorarlberg Dr. Reinhard Flatz
Bundessektionsleiter Motorflug / Ultraleicht Bernhard Ertl
Bundessektionsleiter Segelfliegen Michael Gaisbacher
Bundessektionsleiter Modellflugsport Peter Zarfl
Bundessektionsleiter Fallschirm Gernot Rittenschober
Bundessektionsleiter Ballonfahrt Michael Reinold
Bundessektionsleiter Hänge / Paragleiter Stefan Brandlehner
Bundessektionsleiter Flugplätze Leopold Truschnigg

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